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From Uluru to Kakadu

21.08.2014

On our way from Uluru to Kakadu National Park we tried to find out more about the culture of the Aboriginal people. While talking to a man in an art gallery, we learnt that it was in 1984, when the last Aboriginal people made contact to white people. The international press' headlines were: "The Lost Tribe" or "The Last Nomads". Until then, this little group had been living a nomadic life in the Great Sandy Desert as their ancestors tens of thousands of years ago. We wondered how you could survive in an endless desert, with just a spear, a spear thrower, a boomerang and a digging stick - in hot day temperatures and freezing nights. From Aboriginal rangers we learnt a lot about the food, which the desert provides, if only you know were to look, when to pick, how to catch and how to prepare. They said: It is like living in a supermarket. Well, it does not look that easy to us… We learnt about the laws of Aboriginal people, and as Europeans we are used to compare and to judge things. What white people usually call "The Dreamtime" is not what we thought. What Anangu people call "Tjukurpa" is the past, the present and the future. It includes religious, philosophical and social principles, education and the stories of the origin of men. The fundamental principle of Tjukurpa is that people and the earth are inextricably one. It is everything, it is the law. And this law can sometimes look cruel to our eyes; but consider this: it has enabled these tribes to exist in the harshest of environments for 60’000 years – until the Europeans came! We Europeans are proud of our Culture that dates back only a few thousand years to the Greek and the Romans, and we love to show our visitors Greek temples and Romanesque cathedrals. Aboriginal people never built cathedrals and they never constructed an atomic bomb. You might be tempted to say this is a primitive culture. But Aboriginal people had no need for cathedrals - built through slavery or compulsory labour. Outstanding rock formations are sacred places to them; nature is the place for ceremonies. That is why Aboriginal people ask tourists not to climb Uluru and other rocks. But, according to Tjukurpa, they never would forbid to climb and they even feel responsible for tourists falling from their rocks. So if you intend to climb Uluru, consider this: what would you think if thousands of Aboriginal people would come to your cathedrals, climb the altars, eat their picnic on top and urinate before descending?

Auf unserem Weg vom Uluru zum Kakadu National Park haben wir versucht, mehr über die Kultur der australischen Ureinwohner (Aboriginals) herauszufinden. Im Gespräch mit dem Besitzer einer Kunstgalerie haben wir erfahren, dass es erst 30 Jahre her sind, seit die letzten Ureinwohner zum erstenmal zu weissen Menschen in Kontakt traten. Die Schlagzeilen der internationalen Presse lauteten: "Der vergessene Stamm" oder "Die letzten Nomaden". Bis dahin hatte diese kleine Gruppe ihr Nomadenleben in der Großen Sandwüste gelebt, genau so wie ihre Vorfahren seit Zehntausenden von Jahren. Wir fragten uns, wie sie, ausgestattet mit einem Speer, einer Speerschleuder, einem Bumerang und einem Stock zum Graben in einer endlosen Wüste bei heissen Tagestemperaturen und eiskalten Nächten überleben konnte. Von einem Aboriginal-Ranger erfuhren wir eine Menge über die tägliche Nahrung, welche die Wüste bietet, wenn wir denn nur wissen, wo zu schauen, wann zu ernten, wie zu fangen und wie zubereiten. Er sagte: Es ist wie in einem Supermarkt. Nun, uns erscheint das Ganze um Einiges schwieriger ... Wir hörten von den Gesetzen der Aboriginals und merkten bald einmal, dass das, was wir Europäer in unserer Art, schnell mal zu vereinfachen, als "Dreamtime" bezeichnen, weit mehr umfasst. "Tjukurpa" nennen es die Anangu, und sie meinen damit gleichzeitig Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. "Tjukurpa" beinhaltet religiöse, philosophische und soziale Grundsätze ebenso wie Erziehung und Geschichten über den Ursprung des Menschen. Das Grundprinzip von "Tjukurpa" lautet, dass Menschen und Erde unzertrennbar miteinander verknüpft und gegenseitig voneinander abhängig sind. "Tjukurpa" ist alles: Es ist das Gesetz schlechthin; und dieses Gesetz kann im ersten Moment sehr grausam scheinen. Aber bedenke: dieses Gesetz hat Hunderte von verschiedenen Aboriginal-Stämmen in den harschesten Umweltbedingungen für über 60'000 Jahre zusammengehalten - bis die Europäer kamen! Wir Europäer sind stolz auf unserer Kultur, welche gerade mal einige tausend Jahre zurück zu den Griechen und Römern reicht. Und wir lieben es, unseren Gästen griechische Tempel und römische Kathedralen zu zeigen. Aboriginals bauten nie Kathedralen und konstruierten keine Atombombe. Sie werden von uns Weissen auch schnell mal als primitives Volk abgetan. Aber Aboriginals brauchten keine Kathedralen, erbaut von Sklaven oder durch Zwangsarbeit. Für sie sind herausragende Felsformationen heilige Plätze; die Natur ist der Ort für Zeremonien. Darum bitten die Aboriginals uns Touristen, nicht auf den Uluru und andere Felsen zu klettern. Aber gemäss "Tjukurpa" würden sie es uns nie verbieten, ja, sie fühlen sich gar verantwortlich für Touristen, welche an einem der Felsen stürzen. Also, falls du beabsichtigst, den Uluru zu besteigen, bedenke dies: Was würdest du sagen, wenn Tausende von Aboriginals in unsere Kathedralen kämen, die Altäre bestiegen, darauf ihr Picknick essen und vor dem Abstieg urinieren würden?

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