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Great Ocean

15.04.2015

Da hat sich der gute Darwin damals furchtbar geärgert, als er seine Theorie der Evolution schrieb. Im fehlten Belege, dass vor der Zeit der Trilobiten (Dreilappkrebse) schon andere, einfachere Lebensformen existierten. Und wir hören sozusagen das hämische Gelächter und sehen die erhobenen Zeigefinger aller Kreationisten, die schon immer wussten, dass die Erde genau am 23. Oktober 4004 v. Chr. erschaffen wurde.
Armer Darwin.
Dabei kam er der Sache doch eigentlich nahe, denn die Beagle segelte durch den Pazifik nach Neuseeland, dann nach Sydney, Hobart und zum King George Sound an der Südwestküste Australiens. Und eben auf dieser Route finden sich ganz spezielle Kalkgesteine, welche eine merkwürdige Schichtung aufweisen. Mittlerweile gelten die Knubbel als die ältesten Fossilien und die ersten überlieferten Strukturen, die von Lebewesen aufgebaut wurden. Dabei handelt es sich um dünne Schichten von Mikroorganismen, welche durch ihren Stoffwechsel den Kalk im Meerwasser zum Ausfällen brachten und so Schicht um Schicht bauten, ähnlich der Korallen, welche damals aber noch nicht existierten.
Die ältesten dieser Stromatolithen sind 3.5 Milliarden Jahre alt; damit schlagen sie die Trilobiten um schlappe 3 Milliarden Jahre.

Etwas jünger sind die 12 Apostel, die mit ihren Füssen im kalten Wasser der Bass Strait entlang der Great Ocean Road stehen. Aber die Apostel sind auch nicht mehr, was sie einmal waren, und werden immer weniger. Die Wellen knabbern seit einigen Jahrtausenden an ihren Füssen, und immer wird mal wieder einer schwach und kippt weg. Gleichgewicht und Glauben dahin, sozusagen.
Dabei hiessen die 12 Felsen, die da in der Brandung stehen, früher ganz anders, nämlich Sow and Pigs, zu Deutsch Sau und Schweine. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts gab es (wie schon auf Fatu Hiva) einen wunderlichen Namenswechsel.
Dass es schon 1864, beim ersten Eintrag in eine Seekarte, nur 9 und nicht 12 Felsen waren, spricht nicht gerade für den Mathematik-Unterricht in den australischen Schulen. Aber lassen wir die Neun gerade sein.
Dafür lieben wir die Aussies: sie nehmen es nicht so genau, und nomen ist nicht unbedingt omen. Und ob 9 oder 12 ist doch wurscht. Und auf ein bisschen früher oder später kommtís nun auch wirklich nicht an.
Advance Australia Fair!

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