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Tropic of Capricorn

28.05.2015

Sailing north across the Tropic of Capricorn, we ask each other if we really want to start back for home. We strike the sails and hold a minute’s silence in commemoration of Henry Miller and his Tropic of Capricorn:

„Why do people live in outlandish climates in the temperate zones, as they are miscalled? Because people are naturally idiots, naturally sluggards, naturally cowards. Until I was about ten years old I never realized that there were “warm” countries, places where you didn’t have to sweat for a living nor shiver and pretend that it was tonic and exhilarating.”

And now we are starting back for home to become idiots again?!
Some say home is where you drop your anchor; others say it’s where you went to kindergarten, where we learnt to play fair, to share everything, not to hit others, to say sorry when we hurt someone, not to take things that are not ours, to clean up our own mess and to put things back where we found them. A wonderful world!
Some say home is where you first fell in love and where your beloved football team wins the championship year after year.
And for sure home is where we can eat the best bratwurst, cherries from the tree, onion pie and flour soup. Where we can hear the drums and pipes in a dark winter night. And where our loved ones live – family and friends – who will be forced to listen to our stories about sailing the oceans, crossing the tropics and coming back to the temperate zones.

Stellt sich noch die Frage: Warum segeln wir eigentlich bis zum Wendekreis des Steinbocks? Dazu lesen wir soeben ein TOTAL aufschlussreiches Interview im ZEITmagazin mit Prof. Ulrich Clement.
Clement stammt aus Heilbronn – lebt aber in Heidelberg.
Lebt in Heidelberg – lehrt aber auch in Basel.
Lehrt in Basel – stammt aber aus Heilbronn und lebt in Heidelberg und studierte in Mannheim, Hamburg und Hannover (so viel aus Wikipedia).

Clement ist Systemischer Paartherapeut und Sexualforscher – das wäre der Skipper auch gerne geworden, aber dann wurde er Segler.
Die Journalistin der ZEIT, sie stammt nicht aus Heilbronn – arbeitet aber in Hamburg – hat sich einen tollen Einstieg überlegt:
„Als ich zur Vorbereitung dieses Gesprächs meinen Mann nach seiner Lieblingsfantasie gefragt habe, antwortete er sehr spontan: ein Segelboot.“
Diese Frage hätte sie wohl besser nicht gestellt, das endet dann irgendwo im Pazifik...
Und nochmal die Journalistin: „Das wirkt zunächst nicht sonderlich sexuell. Aber dieses Mein-Haus-mein-Auto-meine-Yacht-Ding ist ja tatsächlich ziemlich männlich, oder?“
Clement: „Männer brauchen etwas, das sie manipulieren können und mit dem sie ihr eigenes Ich erweitern: ein Gerät wie das Auto, das Skateboard oder auch ihre Gitarre. Mit diesem Extended Self gehen sie in die Welt hinein, erobern sich einen Raum und werden grösser, als sie eigentlich sind. Solche Selbsterweiterungen sind für Männer sehr erhebend. In einem metaphorischen Sinne könnte man dabei tatsächlich von Potenz sprechen.“

Aha!
Das mit der Gitarre wusste übrigens auch schon der systemisch singende Freddy Quinn – kommt aus Österreich, singt aber auf Deutsch und hat Vorfahren aus Irland – als er über die Gitarre Folgendes sang:

Jimmy wollt ein Mädchen lieben,
doch ein andrer kam daher.
Und als Trost sind ihm geblieben
die Gitarre und das Meer.

Auf jeden Fall sind wir dankbar, unsere Liebe zum Segeln nun endlich wissenschaftlich begründet und sexualtherapeutisch aufgearbeitet zu sehen.
Und was ein langer Bugspriet und eine steife Brise in diesem „erweiterten“ sexuellen Kontext Clement’scher Logik systemisch zu bedeuten haben, kann sich die geneigte Leserin selbst zusammenreimen – auch wenn sie nicht aus Heilbronn kommt, nicht in Hannover studiert hat und nicht in Hamburg arbeitet.



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