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Naked Pirates

02.12.2015

"The German yacht Faraway was hijacked in Strait of Lombok off Bali Island, Indonesia. The yacht with two people on board was on a round the world trip, when was attacked by armed pirates in Java Sea. The pirates took control of the vessel and headed in unknown direction kidnapping the German citizens. The people succeeded to send a text message to their families and witnessed the pirates use violence and atrocities over them. No ransom request was sent and Indonesian Police and German Embassy hided the incident for several days in case to follow an investigation and to find the yacht."
"Until now the German yacht Faraway has not been found. We have ordered carry out search tasks to the maximum and to investigate the accident", said a representative from the Indonesia Police Department.

We sailors at Puteri Harbour were all frightened as we read this on Noonsite and Newsmaritime. We were just getting ready to sail together through the Strait of Malacca, an area which a few years ago was known for pirate attacks. These past weeks all of us had sailed around Lombok and Bali and now we were scared by the new threat. In the heat of the moment some startet to develop new strategies, others startet googling, finding the story a bit weird and implausible. And bingo! A few days later we read this:
"The Fremantle Sailing Club has received some first hand feedback from a fellow sailor: "It is amazing what rubbish is dished up in some of these media outlets. These are the facts about the yacht "Faraway": The yacht arrived several weeks ago at Christmas Island. It is a Colin Archer-designed ketch. Owner John, an American from Alaska in his late-70s, doing his fourth world circumnavigation on this boat. On arrival, he was interviewed by C.I. Police over claims of hostage taking and sexual harassment. Over coffee at our home, John's story was that a German lady, Diana, (also in her 70s) answered his advertisement on the "Find a Crew" website. She agreed to sail to Madagascar. He agreed to refund her airfare when they arrived. The relationship broke down after a few days at sea. Her mental state deteriorated due in part to his practice of sailing naked. He refused to let her off the boat in the Lombok Strait, even when they were just a couple of miles from the beach at Bali. The police found he had no case to answer, and he was free to go on his way. The lady was taken in to a women's refuge. An appeal was started to raise money for her airfare to Perth. I don't know how much was raised, but neither of them attracted much sympathy from the locals. Rob Hills, Pegasus II, Fremantle Sailing Club."

We find some comfort for the poor sailor on Faraway in the words of H. D. Thoreau, the American Philosopher who wrote these lines in his book “Walden or Life in the Woods”:

“Let him who has work to do recollect that the object of clothing is, first, to retain the vital heat, and secondly, in this state of society, to cover nakedness, and he may judge how much of any necessary or important work may be accomplished without adding to his wardrobe.”
“Dress a scarecrow in your last shift, you standing shiftless by, who would not soonest salute the scarecrow?”
"It is an interesting question how far men would retain their relative rank if they were divested of their clothes."

We on board Alua are just happy that no one mutinied till now as a result of a naked captain or a naked admiral behind the wheel. And we will contradict any net hoax immediately and with glee.

Nackte Piraten

Da sass der Schock wieder mal tief in der Seglergemeinde, die sich in der Puteri Marina gerade sammelte, um gemeinsam durch die Strasse von Malaka zu segeln, welche vor einigen Jahren noch den Ruf genoss, eine Hochburg der Piraten zu sein. Wir lesen auf Newsmaritime und Noonsite, zweier Segler-Webseite, Folgendes:

„Die Deutsche Yacht Faraway wurde vor der Insel Bali in der Lombok-Strasse, Indonesien, gekidnappt. Die Yacht mit zwei Personen an Bord war auf Weltumsegelung, als sie von bewaffneten Piraten in der Java See angegriffen wurde. Die Piraten brachten das Schiff in ihre Gewalt und flohen mit den Deutschen als Geiseln in unbekannter Richtung. Diesen gelang es, eine SMS an ihre Familie zu senden, in welcher sie die Piraten der Gewalt und Grausamkeit bezichtigten. Es ging keine Lösegeld-Forderung ein, und die Indonesische Polizei und die Deutsche Botschaft verschwiegen den Zwischenfall mehrere Tage lang, um eine Untersuchung einzuleiten und die Yacht zu finden.“ „Bis jetzt wurde die Deutsche Yacht Faraway nicht gefunden. Wir haben die höchste Suchstufe ausgelöst, um den Zwischenfall zu klären“, liess das Polizei Departement Indonesiens verlauten.

...und da waren wir doch alle vor wenigen Wochen zwischen Bali und Lombok fröhlich und zufrieden mit unseren Schiffen unterwegs gewesen. Schauder ergreift die Segler in SE-Asien und gleich entwickeln einige interessante Strategien, wie der neuen Gefahr begegnet werden kann. Andere allerdings finden die ganze Story etwas merkwürdig und diffus, beginnen zu googeln und finden allerlei Ungereimtes in der Geschichte. Und tatsächlich; einige Tage später kommt die Entwarnung:
„Der Fremantle Segel-Club hat aus erster Hand durch einen Segelkameraden einen Kommentar erhalten:
„Es ist unglaublich, was für ein Mist in einigen Medien aufgetischt wird. Dies sind die Fakten zur Yacht „Faraway“: Die Yacht erreichte vor einigen Wochen die Weihnachtsinseln. Es ist eine Colin Archer Ketch. Der Eigner John, ein Amerikaner aus Alaska, ist unterwegs auf seiner vierten Weltumsegelung. Er ist weit über 70 Jahre alt. Bei seiner Ankunft wurde er von der Polizei der Weihnachtsinseln zum Vorwurf der Geiselnahme und sexueller Belästigung einvernommen. Bei Kaffee bei mir zu Hause erzählte John die Geschichte so: Diana eine Deutsche (auch in den Siebzigern) hatte auf seine Anzeige auf der Webseite „Find a Crew“ geantwortet. Sie wollte als Crew bis Madagascar mitsegeln. John verpflichtete sich, ihr den Rückflug zu bezahlen. Die „Beziehung“ zerbrach nach wenigen Tagen auf See. Ihre Befindlichkeit verschlechterte sich teilweise auch durch Johns Gewohnheit, nackt zu segeln. Er weigerte sich, sie in der Lombok-Strasse von Bord zu lassen, obwohl sie nur wenige Meilen von Bali entfernt waren.
Die Polizei fand, er habe keine Klage zu verantworten und sei frei, weiter zu segeln. Die Dame wurde in ein Frauenhaus gebracht. Es wurde eine Geldsammlung gestartet, um den Flug nach Perth zu finanzieren. Ich weiss nicht, wie viel zusammenkam, aber weder er noch sie ernteten viele Sympathien bei den Einheimischen.
Rob Hills, Pegasus II, Fremantle Sailing Club"

Immerhin finden wir einige tröstende Worte für den armen Skipper der Faraway bei Henry David Thoreau, dem Amerikanischen Philosophen, der in seinem berühmten Buch „Walden oder Leben in den Wäldern“ Folgendes schrieb:
„Lass denjenigen, der zu arbeiten hat, sich darauf besinnen, dass der Zweck von Kleidern zuerst der ist, die Körperwärme zu bewahren, und zweitens, in dieser unserer Gesellschaft, die Nacktheit zu bedecken, und er möge dann beurteilen, wie viel nötige und wichtige Arbeit ohne die Anschaffung neuer Kleider bewerkstelligt werden kann.“
„Ziehe einer Vogelscheuche deine besten Kleider an und stelle dich nackt daneben, wer würde da nicht als erstes die Vogelscheuche grüssen?“
„Es ist eine interessante Frage inwieweit die Menschen ihren gesellschaftlichen Rang behalten würden, wenn sie ihrer Kleider beraubt wären.“
Und wir sind einfach nur froh, dass niemand von der Alua-Crew bis jetzt wegen Nacktheit hinter dem Steuerrad gemeutert hat. Etwaigen Falschmeldungen treten wir schon jetzt freudig entschieden entgegen.

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