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O Luddareddu

21.08.2016

“Do you know what’s the date today?” Klingsor asked his friend.
“The last of July, I know.”
“A passionate and exhilarating summer had begun. The hot days, as long as they were, blazing away like burning flags...”

No, we're not going to paint our last canvas as Klingsor, the artist and magician in the expressionistic novel by Hermann Hesse, but “the gleaming weeks are deliquescing as fast as dreams and filled up with images”. For the last six years one summer had followed the other, endless seemed time and track, with sun and heat, across the Atlantic, through the Caribbean, into the Pacific and on to Australia and Asia. While sailing across the Mediterranean our journey is coming to an end, and we wonder: How many lives do we have left? 2, 3?

30 years ago, when we still had 7 or 8 lives left, a brief moment in a hot summer at Porto Vecchio in Corsica was the stimulus for our trip with Alua: In the macchia of Punta di a Chiappa, we laid in the hammocks, looking out at the sea, watching the sailboats coming from Porto Vecchio and targeting to the Lavezzi Islands. Nelly said: “I would like that too...”

Now we are back in Porto Vecchio, and it is the last day in July. Today Luddarè shall burn, the King of Summer. A giant straw doll is driven through the streets of the old town and put on fire in front of the town hall. This is how the people of Porto Vecchio celebrate the end of July, the synonym for hard work with cork-peeling, haymaking, threshing grain and salt harvest in the oppressive heat and malaria. Summer can be less comfortable if hard work and not sailing is burning the hot days.

O Luddareddu

A lu piu beddu
Ci lasci soli
E senza soli
Tù i ci ha’dati
Peni è sudati
Ma se’tù u rè di l’istati
Fà puri u to viaghju senza dannu
Chi no t’aspittemu pà un antr’annu
E quando tù se’prontu à imbarcà
Cantemu o Luddarè chi ti ni va’!

O Luddareddu

At the high-time of the summer
You are leaving us alone
And without sun
You brought us
Much sweats and pain
But you're the king of summer
Now go on the journey, without resistance
We expect you again next year
And when you're ready to embark
We sing, o Luddarè, you will pass off.

O Luddarè, the two of us from Alua will wait for you too!
On the first day of July 2017!


„Weisst du, was für ein Tag heut ist?“ fragte Klingsor seinen Freund. „Der letzte Juli, ich weiss.“ „Ein leidenschaftlicher und raschlebiger Sommer war angebrochen. Die heissen Tage, so lang sie waren, loderten weg wie brennende Fahnen...“ Nein, wir sind nicht dabei, unser letztes Bild zu malen, wie Klingsor, der Maler und Zauberer aus Hermann Hesses expressionistischem Roman, aber irgendwie fiebern nun „ - wie Träume schnell und mit Bildern überfüllt - die glänzenden Wochen dahin“. Sechs Jahre lang reihte sich Sommer an Sommer, unendlich schienen Zeit und Weg, mit Sonne und Wärme, über den Atlantik, durch die Karibik, über den Pazifik, nach Australien und Asien. Nun neigt sich unsere Reise durch die Ozeane mit der Fahrt durchs Mittelmeer ihrem Ende entgegen, und wir fragen uns: Wie viele Leben haben wir noch? 2, 3?
Nicht vorbeisegeln wollen wir an Porto Vecchio auf Korsika, da, wo vor 30 Jahren, als wir noch 7 oder 8 Leben hatten, ein kurzer Augenblick in einem heissen Sommer den Impuls gab für unsere Reise mit der Alua. Wir lagen in der Macchia der Punta di a Chiappa in den Hängematten und schauten aufs Meer, beobachteten die Segelboote, die von Porto Vecchio kommend zu den Lavezzi Inseln strebten.
Nelly sagte: „Das möchte ich auch mal...“

Nun sind wir wieder in Porto Vecchio auf eigenem Kiel angekommen, und es ist der letzte Julitag. Heute soll Luddarè brennen, der König des Sommers. Eine riesige Strohpuppe wird durch die Strassen der Altstadt gefahren und vor dem Rathaus in Brand gesteckt. Damit feiern die Menschen in Porto Vecchio das Ende des Monats Juli, dem Synonym für harte Arbeit mit Korkschälung, Heumahd, Korndreschen und Salzernte bei drückender Hitze und Malaria. Sommer kann auch weniger gemütlich sein, wenn harte Arbeit und nicht Segeln die heissen Tage brennen lässt.

O Luddareddu

A lu piu beddu
Ci lasci soli
E senza soli
Tù i ci ha’dati
Peni è sudati
Ma se’tù u rè di l’istati
Fà puri u to viaghju senza dannu
Chi no t’aspittemu pà un antr’annu
E quando tù se’prontu à imbarcà
Cantemu o Luddarè chi ti ni va’!


Oh Luddareddu

Zur Hoch-Zeit des Sommers
Lässt du uns allein und verlassen
Und ohne Sonne
Du hast uns gebracht
Viel Schweiss und Pein
Aber du bist der König des Sommers
Geh nun auf die Reise, ohne Widerstand
Wir erwarten dich wieder im nächsten Jahr
Und wenn du bereit bist, dich einzuschiffen
Singen wir, o Luddarè, du wirst vergehen!

O Luddarè, auch wir von der Alua werden auf dich warten!
Am ersten Tag im Juli 2017!

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