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09.07.2017

The most beautiful bay?

To us there was no "most beautiful place" along our track. We were just happy to have the chance and the freedom to travel by boat and to gain real life and actual facts while drifting into the fake news age. We had much time to see what’s around the next cape, the next island, on the other side of the ocean. We followed reality not the mainstream. We could sail long with the winds, westbound, following the sun, and we came to places, we never had planned.

We never had the goal to find the most beautiful place for our sunset years; we always knew we would return to Switzerland one day.

We were always more impressed by nature than by buildings - may they be new or antique. We loved the fascinating moments when we were one with or surrounding, the sea, the stars, while walking around Uluru, while swimming with turtles and rays or sailing along the vast and lonley coast of Cape York. The most personal gain was to meet so many people from different continents, different cultures and religions. We had not expected to meet people who still live in the Stone Age and we had not bargained for Barbie women and Wall Street gnomes, we saw in the big metropolises along our way.

We will never forget the community and friendship with all the sailors, which made it easier and safer to cope with the far reaches across the Atlantic and the Pacific. And we will always keep in our hearts the faces of the locals we met on small islands and large continents. To these wonderful people our last photo gallery is dedicated.

Why by sailing boat?
Nelly was longing for the vastness of the sea, the far away horizon, silence and remoteness. She wanted to know what else there might be in addition to a fulfilled life for family and job. And she was desirous from childhood on to travel to Australia.

Peter had read “Kontiki” when he was a young boy and since then on wanted to sail the South Seas.

A sailing boat seemed to us to grant the most freedom, the least dependencies and the smallest possible pressure of time. Meanwhile we know: there are many dependencies while sailing on a boat. Wind direction and strength, waves height and direction, swell, tides, reefs, flats, anchor grounds, thunderstorms, hurricane seasons, facilities to repair and maintain the boat. We learned that a boat is suffering tremendously from salt water, UV radiation and the constant hits from the waves (which affect the crew as well).

Would you do it again?
Several times during our six years' trip we would have answered “no”. The investment in money, in physical and mental strength was huge. Sometimes it was not easy to endure the constant shaking and rolling, the almost painful tiredness during night shifts, the loss of energy, the kind of apathy on far reaches, the time and effort to prepare simple meals, the inevitable narrowness, the inability to read at sea because there was always this seasickness, the boring or stressful times changing so suddenly. The most idyllic bays are only enjoyable when wind and currents do not threaten the boat, when the other sailors put enough chain and don’t put their anchor on top of yours, when your neighbour keeps enough distance and does not turn on his generator, when there is no swell to keep you from sleeping and when there are no crocodiles or deadly jelly fish.

Looking back now from a distance we would say “YES!”
There is so much satisfaction on what we achieved, that we managed all this just the two of us. We are happy to be still together despite the tightness on the boat and the fact that sometimes for weeks we did not have someone else to talk to than the two of us. Now we are looking forward to new adventures in our twilight years. We will be able to spend more time with our family and friends and around Switzerland. This calm we felt before when we both were threatened by severe health problems. Each time the path was not easy. The more we are feeling lucky beggars now that we realized again what’s important in life. Alua has found new owners and we are full of new plans. Most important to us will be to tell our grandchildren about the big, wide world so that they will be able to achieve reality and objectivity beyond the world of smartphones and tablets, and to help them getting in contact with this wonderful world through their body, their emotions and in every possible dimension.

“Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.” Mark Twain

Wo war es denn am schönsten?

Um es vorwegzunehmen: die "schönste" Bucht der Erde gibt es für uns nicht. Am schönsten war es immer gerade dort, wo wir uns wohl fühlten. Wir fühlen uns privilegiert, so viel Schönes gesehen, das Glück und die Freiheit gehabt zu haben, das Wirkliche zu gewinnen im Zeitalter der Fake News und alternativen Fakten. Wir konnten uns Zeit lassen, „dahinter“ zu kommen, auf uns zukommen zu lassen, was hinter dem nächsten Kap, der nächsten Insel, auf der anderen Seite des Ozeans kommt, der Wirklichkeit zu folgen und nicht dem Mainstream. Wir konnten uns mitnehmen lassen vom Wind - westwärts, der Sonne folgend - und kamen so auch an Orte, die nicht das Ziel waren.

Es war nie unsere Absicht, ein "schönstes" Plätzchen für unseren Lebensabend zu suchen. Im Gegenteil, wir wussten immer, dass wir wieder in die Schweiz zurückkehren würden. Naturschönheiten beeindruckten uns immer mehr als jedes noch so alte oder neue von Menschen erschaffene Bauwerk. Faszinierende Augenblicke erlebten wir immer dort, wo wir im Einklang mit unserer Umgebung waren, sei dies alleine auf Wache auf hoher See mit 4000 m Wasser unter und dem Sternenmeer über uns, sei es bei der beinahe meditativ anmutenden Umrundung des Uluru, beim Erkunden der Wineglass Bay in Tasmanien, beim Anblick unserer ersten Meeresschildkröte unter Wasser in den Tobago Cays, beim Beobachten der riesigen Leguane auf den Galapagos, nach erfolgreicher Besteigung des Rinjani, sei es beim herausfordernden Segeln in der unendlichen Einsamkeit bei der Umrundung des Cape York oder entlang der australischen Nordküste.

Noch immer sind die für uns ganz alltäglichen Dinge wie geregelter Schulbesuch, Berufslehre oder Studium, freie Partnerwahl, Gesundheitsversorgung und politische Rechte, Freiheit und Sicherheit für sehr, sehr viele Menschen ein Fremdwort. Für viele ist es ein Traum, so wie wir zu reisen, die andere Seite der Welt kennenzulernen. Für die meisten wird es ein Traum bleiben, und manchmal schämten wir uns für den Luxus an Bord der Alua, der uns eigenes Trinkwasser, eigene Energie, weltweite Kommunikation, eigenes WC, eine Dusche und ein trockenes Bett garantierte. Die Erkenntnis der Reise ist, dass es nichts Wichtigeres gibt als Erziehung nach ethischen Werten, Bildung fürs Leben, Schul- und Berufsbildung. Wir sind stolz darauf, dass wir unser Berufsleben diesen Aufgaben gewidmet haben. Wir wünschten nur, wir hätten diese Reise mit 20 Jahren gemacht und nicht erst mit 60.

Die grösste Bereicherung waren die vielen Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Kultur und Religion auf mehreren Kontinenten. Wir haben nicht erwartet, auf Menschen zu treffen, die noch in der Steinzeit leben, waren aber auch nicht gefasst auf die absolut künstliche Welt mit Barbie-Frauen und Wallstreet-Gnomen, wie sie in den grossen Metropolen entlang unserer Route herrscht.

Nie vergessen werden wir die vielen Segler, mit denen über die grossen Meere eine enge Gemeinschaft und Freundschaft entstanden ist, die es leichter und sicherer machte, die langen Strecken über den Atlantik und den Pazifik zu meistern. Immer in unseren Herzen werden die Gesichter der Menschen auf den San Blas Inseln, in Vanuatu, Savusavu und Nhulumbuy bleiben. Ihnen und anderen ist unsere letzte Foto-Galerie gewidmet.

Warum gerade mit dem Segelboot um die Welt?
Da war Nellys Sehnsucht nach der Weite des Meeres, dem fernen Horizont, der Stille und Abgeschiedenheit, der Drang zu erfahren, was es ausser einem erfüllten Familien- und Berufsleben in der wohlbehüteten Schweiz noch zu entdecken gäbe und auch der Wunsch aus Primarschultagen, einmal nach Australien zu reisen und dort eine Zeitlang zu leben.

Zusammen mit Peters Kindheitstraum, geweckt durch das Buch „Kontiki“, einmal die Südsee zu durchmessen, schien uns dann das Reisen mit dem Segelboot die Variante mit den meisten Freiheiten, den wenigsten Abhängigkeiten, dem kleinstmöglichen Zeitdruck. Denn Termine hatten wir früher mehr als genug. Mittlerweile wissen wir, dass die Reise mit dem Segelboot gerappelt voll von Abhängigkeiten ist: Windrichtung, Windstärke, Wellenhöhe, Schwell, Tiden, Riffe und Untiefen, Ankermöglichkeiten, Gewitter, Hurrikan-Zeiten, aber auch Reparatur- und Wartungsmöglichkeiten für das Boot. Denn unter vielem andern lernten wir auch, dass ein Boot enorm unter der Pazifiksonne und dem Salzwasser leidet. Die Belastung aller Geräte und Einrichtungen an Bord ist ausserordentlich, denn sowohl auf dem Atlantik als auch im Pazifik sind das Boot - und auch die Besatzung! - enormen Schlägen durch Schwell und Wellen ausgesetzt. Wir gehören zu den Seglern, die sehr viel Wert auf Pflege und Wartung legen, die lieber vorsorglich ersetzen als zu warten, bis etwas kaputt geht. Reparaturen sind aber trotz allem unvermeidlich. Da wiederum gehören wir zu jenen, die das meiste selber reparieren und selbstverständlich pflegen und unterhalten wir unser Boot selber. Das macht uns zwar unabhängig von andern, aber auch die harmlosesten Wartungsarbeiten wie Reling und Deck mit Süsswasser reinigen, verlieren spätestens nach dem zehnten Mal ihren Reiz, jedenfalls für Nelly als Frau. Männer scheinen da über andere Gene zu verfügen, denn wenn etwas auffällt in Marinas und vor Anker, und zwar auf der ganzen Welt, dann ist es die unermüdliche Energie und Hingabe mit der Männer ihre eigenen Jachten oder auch die ihrer Arbeitgeber putzen und polieren.

Würdet ihr die Reise wieder machen?
Einige Male während unserer sechs Jahre dauernden Reise hätten wir mit "Nein" geantwortet. Der Aufwand, sowohl finanzieller als auch psychischer und physischer Art, ist gross. Die Zeiten des von Wellen und Schwell unerbittlich durchgeschüttelten Bootes, die fast schmerzhafte Müdigkeit während der Nachtwachen, die Energielosigkeit, eine eigentliche Apathie während der langen Überfahrten, der Zeitaufwand für einfachste Mahlzeiten, die unausweichliche räumliche Enge, die Unfähigkeit auf See lesen zu können, weil da immer wieder diese elende Seekrankheit ihren Tribut fordert, die entweder stressigen oder dann langweiligen Stunden auf See machen es einem ganz schön schwer, auch die ab und zu auftauchenden Momente des friedlichen Dahingleitens zu geniessen. Auch die idyllischsten Ankerplätze verströmen ihren Reiz nur, wenn gerade auch der Wind so bläst, dass das Boot nicht gefährdet ist, auch die andern Segler der Ankertiefe entsprechend genügend Kette stecken, kein anderer Segler seinen Anker über deinen wirft, der Anker hält, kein Wellenschlagen deine Nachtruhe stört, dein Nachbar genügend Abstand zu dir hält und keinen Generator laufen lässt...

In der Rückschau würden wir aber die Frage, ob wir uns wieder für eine solche Segelreise entscheiden würden, mit einem klaren "Ja" beantworten. Da überwiegen die Freude über das Erreichte, die Tatsache, dass wir eine nicht ganz alltägliche Leistung erbracht haben, die Freude darüber, dass wir die Reise zu zweit geschafft haben, dass wir immer noch zusammen sind, trotz der Enge, die unweigerlich auf einem Schiff herrscht und trotz der Tatsache, dass wir oft mehrere Tage oder gar Wochen keinen andern Gesprächspartner hatten als uns beide. Manches Mal waren wir zurückgeworfen auf uns selbst, unsere Zweisamkeit, blickten in die Weite des Ozeans und segelten dem Unbekannten entgegen. Und nun, da wir all dies geschafft haben, freuen wir uns nach unserem sechs Jahre währenden Spätsommer auf den Frühherbst unseres Rentnerdaseins. Es bleiben für immer die Erlebnisse mit Menschen, Kulturen und der Natur in all ihren Facetten, die Weite und Grossartigkeit unseres schönen Planeten.

Wir sind jetzt in der Lage, unsere restlichen Jahre in Ruhe und Zufriedenheit mit denjenigen Dingen zu verbringen, die sich aus der Situation innerhalb der Familie und in der Schweiz ergeben. Diese Ruhe hatte sich bei uns beiden bereits einmal - nach bedrohlichen gesundheitlichen Problemen - eingestellt. Beide Male war der Weg nicht leicht. Da wir nun auf der Reise zu wieder den gleichen Erkenntnissen kamen, denken wir mal, ja, wir sind Glückspilze, wir durften gleich zweimal erkennen, wer wir sind, und was im Leben wichtig ist.

Die Alua hat neue Eigner gefunden, und wir haben noch jede Menge Pläne und vor allem wollen wir unseren Enkelkindern von der grossen weiten Welt erzählen, damit sie bereit sind, das Wirkliche zu gewinnen und die Welt ausserhalb von Tablet und Smartphone zu sehen, damit sie sich über ihren Körper, ihre Emotionen und in allen ihnen möglichen Dimensionen mit dieser wunderbaren Welt verbinden können.

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